5.9 C
Schweiz
More

    NEUESTE BEITRÄGE

    Lungenkrebs Therapie

    Wie zielgerichtete Therapien den Kampf gegen Lungenkrebs verändern

    Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Prognose nach einer Lungenkrebs-Diagnose leider immer noch düster. Bei Männern ist diese Krebsart die häufigste Todesursache, während es bei Frauen prognostiziert wird, dass sie bis 2030 in vielen Ländern Brustkrebsdiagnosen in Zahl und Schwere übertreffen wird. Derzeit gibt es für eine wachsende Anzahl von Patient:innen zielgerichtete Medikamententherapien, die viele Leben retten könnten. Leider wird dieses Potenzial jedoch nicht ausreichend genutzt.

    In der Vergangenheit wurden Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen als Standard bei der Behandlung von Lungenkrebs angesehen. Zudem wurden nur zwei Formen von Lungenkrebs – kleinzelliger und nicht-kleinzelliger – behandelt. Jedoch hat sich dieses Bild heute grundlegend geändert. Die Erkenntnis, dass Tumore durch genetische Veränderungen angetrieben werden, hat zu einer Vielzahl neuer Behandlungsmöglichkeiten geführt. Besonders beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, das für rund 85 Prozent der Lungenkrebsfälle verantwortlich ist, kommen nun Tumormutationen wie KRAS, EGFR, BRAF, ALK oder ROS-1 zum Einsatz. Die Wissenschaft hat somit einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen Lungenkrebs gemacht.

    Wie zielgerichtete Therapien gegen Lungenkrebs vorgehen

    Seit 2009 haben Patient:innen Zugang zu bahnbrechenden Medikamenten wie Tyrosinkinase-Hemmern. Um jedoch sicherzustellen, dass diese hochpräzisen Arzneimittel tatsächlich wirken, ist ein molekularpathologischer Test unerlässlich. Nur durch diesen Test kann bestimmt werden, ob Patient:innen von den Medikamenten profitieren werden oder nicht. Etwa ein Viertel aller Patient:innen weist eine genetische Anomalie auf, die für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend sein kann. Diese modernen Medikamente bieten damit eine massgeschneiderte Therapieoption, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt ist.

    Eine Studie aus Peru hat gezeigt, dass die zielgerichtete, personalisierte Behandlung effektiver ist als das klassische Behandlungsschema. Das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben waren signifikant höher als bei einer Chemotherapie. Zusätzlich profitieren Patient:innen von einer besseren Lebensqualität, da die zielgerichtete Therapie normalerweise weniger toxisch ist als die herkömmliche Behandlung. Diese Ergebnisse bestätigen auch die Ergebnisse einer niederländischen Studie, die zeigt, dass höhere Lebensqualität mit höheren Überlebensraten einhergehen kann.

    Eine aktuelle Auswertung von Krankenregisterdaten hat gezeigt, dass trotz der Einführung des ersten Tyrosinkinase-Hemmers vor mehr als 10 Jahren immer noch erhebliche Testlücken bei der Diagnose von fortgeschrittenem NSCLC bestehen. Demnach wurden nur 72,5 Prozent der betroffenen Patienten auf EGFR- und 74,5 Prozent auf ALK-Mutationen getestet. Bei ROS-1, PD-L1 und BRAF lag die Testrate noch niedriger bei 66,1 %, 64,5 % und 53 %.

    Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass es weiterhin wichtige Massnahmen zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung von NSCLC gibt. Es ist unerlässlich, dass alle Patienten frühzeitig und umfassend auf genetische Veränderungen getestet werden, um eine massgeschneiderte Therapie zu ermöglichen und die Überlebensrate zu verbessern. Wir müssen als medizinische Gemeinschaft zusammenarbeiten, um diese Testlücken zu schliessen und das Leben unserer Patienten zu verbessern.

    Lungenkrebs Zielgerichtete_02

    Molekulare Testrate

    Obwohl internationale Vergleiche zeigen, dass unsere Testraten in guten Wertbereichen liegen, bedeutet dies gleichzeitig, dass zwischen 25 und 50 Prozent aller Patient:innen nicht getestet werden. Was bedeutet das für diese Menschen? Sie erhalten möglicherweise eine Chemotherapie oder Operation, ohne jemals zu erfahren, ob eine zielgerichtete Therapie für sie eine wirkungsvollere Option gewesen wäre. Eine solche Situation erfüllt nicht den Anspruch der Patient:innen auf bestmögliche Versorgung. Gründe dafür werden schon länger diskutiert, eine mögliche Erklärung wäre die fehlende flächendeckende Finanzierung von Tests im stationären Bereich, obwohl seit mehr als 10 Jahren Arzneimittel verfügbar sind, die schwerkranken Menschen nachweislich ein längeres und besseres Leben bieten können. Wir sollten uns fragen, ob es für unsere Gesellschaft ethisch vertretbar ist, diesen Mangel an Gesundheitsvorsorge einfach hinzunehmen.

    - Anzeige -

    NEUESTE BEITRÄGE

    NICHT VERPASSEN

    Wie zielgerichtete Therapien den Kampf gegen Lungenkrebs verändern

    Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Prognose nach einer Lungenkrebs-Diagnose leider immer noch düster. Bei Männern ist diese Krebsart die häufigste Todesursache, während es bei Frauen prognostiziert wird, dass sie bis 2030 in vielen Ländern Brustkrebsdiagnosen in Zahl und Schwere übertreffen wird. Derzeit gibt es für eine wachsende Anzahl von Patient:innen zielgerichtete Medikamententherapien, die viele Leben retten könnten. Leider wird dieses Potenzial jedoch nicht ausreichend genutzt. In der Vergangenheit wurden Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen als Standard bei der Behandlung von Lungenkrebs angesehen. Zudem wurden nur zwei Formen von Lungenkrebs - kleinzelliger und nicht-kleinzelliger - behandelt. Jedoch hat sich dieses Bild heute grundlegend geändert. Die Erkenntnis, dass Tumore durch genetische Veränderungen angetrieben werden, hat zu einer Vielzahl neuer Behandlungsmöglichkeiten geführt. Besonders beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, das für rund 85 Prozent der Lungenkrebsfälle verantwortlich ist, kommen nun Tumormutationen wie KRAS, EGFR, BRAF, ALK oder ROS-1 zum Einsatz. Die Wissenschaft hat somit einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen Lungenkrebs gemacht.

    Wie zielgerichtete Therapien gegen Lungenkrebs vorgehen

    Seit 2009 haben Patient:innen Zugang zu bahnbrechenden Medikamenten wie Tyrosinkinase-Hemmern. Um jedoch sicherzustellen, dass diese hochpräzisen Arzneimittel tatsächlich wirken, ist ein molekularpathologischer Test unerlässlich. Nur durch diesen Test kann bestimmt werden, ob Patient:innen von den Medikamenten profitieren werden oder nicht. Etwa ein Viertel aller Patient:innen weist eine genetische Anomalie auf, die für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend sein kann. Diese modernen Medikamente bieten damit eine massgeschneiderte Therapieoption, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt ist. Eine Studie aus Peru hat gezeigt, dass die zielgerichtete, personalisierte Behandlung effektiver ist als das klassische Behandlungsschema. Das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben waren signifikant höher als bei einer Chemotherapie. Zusätzlich profitieren Patient:innen von einer besseren Lebensqualität, da die zielgerichtete Therapie normalerweise weniger toxisch ist als die herkömmliche Behandlung. Diese Ergebnisse bestätigen auch die Ergebnisse einer niederländischen Studie, die zeigt, dass höhere Lebensqualität mit höheren Überlebensraten einhergehen kann. Eine aktuelle Auswertung von Krankenregisterdaten hat gezeigt, dass trotz der Einführung des ersten Tyrosinkinase-Hemmers vor mehr als 10 Jahren immer noch erhebliche Testlücken bei der Diagnose von fortgeschrittenem NSCLC bestehen. Demnach wurden nur 72,5 Prozent der betroffenen Patienten auf EGFR- und 74,5 Prozent auf ALK-Mutationen getestet. Bei ROS-1, PD-L1 und BRAF lag die Testrate noch niedriger bei 66,1 %, 64,5 % und 53 %. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass es weiterhin wichtige Massnahmen zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung von NSCLC gibt. Es ist unerlässlich, dass alle Patienten frühzeitig und umfassend auf genetische Veränderungen getestet werden, um eine massgeschneiderte Therapie zu ermöglichen und die Überlebensrate zu verbessern. Wir müssen als medizinische Gemeinschaft zusammenarbeiten, um diese Testlücken zu schliessen und das Leben unserer Patienten zu verbessern. Lungenkrebs Zielgerichtete_02

    Molekulare Testrate

    Obwohl internationale Vergleiche zeigen, dass unsere Testraten in guten Wertbereichen liegen, bedeutet dies gleichzeitig, dass zwischen 25 und 50 Prozent aller Patient:innen nicht getestet werden. Was bedeutet das für diese Menschen? Sie erhalten möglicherweise eine Chemotherapie oder Operation, ohne jemals zu erfahren, ob eine zielgerichtete Therapie für sie eine wirkungsvollere Option gewesen wäre. Eine solche Situation erfüllt nicht den Anspruch der Patient:innen auf bestmögliche Versorgung. Gründe dafür werden schon länger diskutiert, eine mögliche Erklärung wäre die fehlende flächendeckende Finanzierung von Tests im stationären Bereich, obwohl seit mehr als 10 Jahren Arzneimittel verfügbar sind, die schwerkranken Menschen nachweislich ein längeres und besseres Leben bieten können. Wir sollten uns fragen, ob es für unsere Gesellschaft ethisch vertretbar ist, diesen Mangel an Gesundheitsvorsorge einfach hinzunehmen.